Unterricht in Zeiten des Corona-Lockdowns

Frau Kahn, ich kann Sie nicht gut hören. Da ist immer so ein Echo!“ beschwert sich eine Schülerin der 12. Klasse der Zweijährigen Berufsfachschule. Ein Mitschüler kämpft ebenfalls mit der Technik: „Irgendwie werde ich immer aus der Konferenz hinausgeworfen. Ich glaube meine Verbindung ist zu schlecht.“ In Zeiten des Corona-Lockdowns biete ich – wie viele andere Kolleginnen und Kollegen an der Liebfrauenschule auch – Videounterricht und Videosprechstunden an. Meistens funktioniert das ganz gut, doch heute ist irgendwie der Wurm drin. Mit diesen und anderen Widrigkeiten müssen wir derzeit leben. Die Schülerinnen und Schüler sind dankbar, dass neben den Aufgaben, die sie regelmäßig bearbeiten müssen, auch Videounterricht zu den Stundenplanzeiten angeboten wird. „Das ist schon wichtig, dass wir auch persönlich Kontakt zu unseren Lehrern haben“, betont ein Schüler der Klasse 12a. Und eine Mitschülerin ergänzt: „So können wir auch einige Aufgaben besprechen und Fragen klären.“ Die Kolleginnen und Kollegen investieren viel zusätzliche Arbeit in das Vorbereiten von Videounterricht, Lösungsbögen für Aufgaben, zusätzliche Tafelbilder und Gespräche. Auch bei den Praxisbesuchen wird auf kreative Lösungsmodelle zurückgegriffen. Aktivitäten zum Beispiel werden gefilmt und anschließend reflektiert, Abschlussgespräche mit Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern und den Praktikantinnen und Praktikanten werden per Videochat geführt. Die Schülerinnen und Schüler sollen bestmöglich ihre Leistungen erbringen können, auch wenn dazu neue Wege nötig sind.

Die Schülerinnen und Schüler in dieser schwierigen Zeit nicht allein zu lassen und den Kontakt zu halten, ist dem Kollegium der Liebfrauenschule wichtig. Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 hat sich die Schule auf den Weg gemacht, die digitale Infrastruktur noch besser zu machen. Das Kollegium hat sich in internen und externen Fortbildungen weitergebildet und im Moment läuft auf Hochtouren die Implementierung von Office 365 für eine zukunftsorientierte Gestaltung des schulischen Alltags. Für die Schülerinnen und Schüler, die keine entsprechenden Endgeräte zuhause haben, gibt es ein Ausleihsystem für Ipads.

Doch trotz guter Begleitung und Unterstützung haben alle Beteiligten nur einen Wunsch: Endlich wieder in den Präsenzunterricht zu gehen. „Wir vermissen die Schule, vor allem unsere Freunde“, betont eine Schülerin der Klasse 12a. Und auch die Oberstufenklassen des Beruflichen Gymnasiums freuen sich wieder auf das gemeinsame Lernen vor Ort: „Es ist sehr anstrengend, sich jeden Tag einen Plan zu machen und sich zu organisieren. Nach der dritten Videokonferenz wird man auch langsam müde“, meint eine Schülerin. Die Aussage eines Schülers aus der 12b können alle unterstützen: „Hoffentlich ist Corona bald vorbei.“

 

Text: Jennifer Kahn