Tansania Bericht 2013

Eigentlich hatten wir geplant, dass wir dieses Jahr einen medizinischen Schwerpunkt setzen, da mit meiner Kollegin Brigitte Rohls eine ausgebildete medizinische Fachkraft mit nach Tansania fahren sollte.

Durch den sehr erfolgreichen Sponsorenlauf an unserer Schule und viele andere Spendenprojekte wurde durch Einzelpersonen von Schüler- und Lehrerseite, aber auch durch ganze Klassen jedoch genügend Geld gesammelt, so dass mit dem Bau von zwei neuen Klassenräumen durch einen lokalen Bautrupp begonnen werden konnte.

Die Schule hat sich in kurzer Zeit einen sehr guten Ruf erarbeitet und erfreut sich großer Beliebtheit. Wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen die Schülerinnen und Schüler noch vor zwei Jahren lernen mussten...

...dann grenzt die heutige Schulsituation fast schon an ein Wunder.


Es ist schön zu sehen, dass die Schule wächst. Die diesjährige Tansania-Projektgruppe hatte deshalb auch wieder genügend Arbeit zu bewältigen, um das Schulbauprojekt entscheidend voranzubringen.

Zunächst wurden die mitgebrachten Spenden, Materialien und Werkzeuge geordnet...

...bevor der erste (Bau-) Job zu erledigen war.

Fledermäuse hatten sich unter dem Schuldach häuslich niedergelassen und es droht, dass das Dach die Last der gewaltigen Mengen an Kot auf Dauer nicht aushalten wird.

Die Fledermäuse zwängen sich durch die kleinsten Lücken und sind nicht bereit ihre "Luxusherberge" aufzugeben. Alle möglichen Einstiegslöcher baulich zu beseitigen, war ein Ding der Unmöglichkeit, so dass wir uns schließlich damit abfinden mussten, den Fledermäusen den Einstieg möglichst schwierig zu gestalten. Wenn jemand eine dauerhafte Lösung für dieses Problem weiß, bitte bei mir melden...

 

2. Teil des Berichtes

Lange hat es nun gedauert bis die letzten beiden Teile des Tansania-Berichtes 2012 fertig waren.

Die große Anzahl an Fotos erklärt vielleicht die Verzögerung. Ich hoffe, dass Sie mit Freude diese letzten beiden Teile lesen werden.

Durch den sehr erfolgreichen Sponsorenlauf 2012 an unserer Schule und viele andere Spendenprojekte wurde durch Einzelpersonen von Schüler- und Lehrerseite, aber auch durch ganze Klassen jedoch genügend Geld gesammelt, so dass mit dem Bau von zwei neuen Klassenräumen durch einen lokalen Bautrupp begonnen werden konnte.

Segnung der Baustelle für die neuen Klassenräume und offizieller Baubeginn


Es ist schön zu sehen, dass die Schule wächst. Nicht nur baulich hat sich sehr viel getan. 68 Kinder werden zurzeit in der Osotwa Nursery unterrichtet. Eine „nursery“ ist vom Begriff ein Kindergarten, in Tansania ist sie jedoch eher mit einer Vorschule vergleichbar, die auch verpflichtend ist, und spielerisch erste Lerninhalte vermittelt.

Mittlerweile gibt es eine sehr große Schülergruppe, die in dieser Vorschule unterrichtet wird.

Zwar ist ein Teil der Schülerinnen und Schüler nach den großen Ferien am Ende des Jahres 2012 offiziell in die 1. Klasse gewechselt, bis zur Fertigstellung werden alle Kinder jedoch noch in einem Raum unterrichtet.

Anders als in Deutschland bilden diese Ferien über Weihnachten und Neujahr auch jeweils das Ende eines Schuljahres. Der erste Schultag des neuen Schuljahres war der 15.01.2013.

Für die neue 1. Klasse ist ein zusätzlicher Klassenraum also dringend notwendig.

Das vorhandene Klassenzimmer soll in Zukunft als „Pre-Unit“ genutzt werden, das heißt eine Mischung aus Kindergarten und Vorschule, in der schon spielerisch gelernt wird. Die anderen Klassenräume sollen als „richtige“ Unterrichtsräume für die älteren Kinder dienen.

„Unsere“ Schule wird mit den Kindern wachsen und soll auch eine Berufsausbildung (vor allem für Mädchen) bieten. Aber das ist im Moment noch eine Zukunftsvision der Schwestern. Wenn ich aber überlege, was wir in den letzten zwei Jahren schon geschafft haben, dann bin ich ganz zuversichtlich.

Vorbild ist die Notre Dame School in Arusha, die in einer alten Garage begonnen hat und mittlerweile aus einer Montessori-Grundschule und einer Sekundarschule mit angeschlossenem Internat besteht. Sie gehört zu den besten 30 von fast 400 Schulen im regionalen Bezirk.


Es gibt aber auch immer noch sehr viele Kinder in den umliegenden Bomas, die keine Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen. Die Schule musste einen Aufnahmestopp verhängen, da die Anfangsklasse total überfüllt war.

Deshalb war es umso erfreulicher, dass wir, die Tansania-Projektgruppe 2012, ähnlich wie die Gruppe in 2010, dieses Jahr nun auch wieder tatkräftig am weiteren Aufbau der Schule mitwirken sollten. Letztes Jahr lag der Schwerpunkt auf Innenarbeiten. Auch eine wichtige Arbeit, aber neue Gebäude zu errichten, das hat eine ganz andere Qualität.

Die Tansania-Projektgruppe 2012

Die Mitglieder (von links nach rechts) :

Dorothee Grösbrink (AHE 13b), Tobias Grevelhörster (AHE 13a), Verena Ladwig (HEPBOa),

Pia Horsthemke (HEPSOb), Frau Niehüser, Frau Rohls, Herr Kaufmann,

Herr Emmerich, Sr. Almuth und Herr Mause.

Dies bedeutet zwar härtere Arbeit, ist aber auch ein schönes Gefühl, wenn man sagen kann, dass man geholfen hat, die Räume zu mauern.

Unser erstes "richtiges" Bauprojekt sollte ein Haus sein, dass Platz für einen kleinen Verkaufsraum plus Lagerraum und ein Zimmer für den Nachtwächter bieten sollte.
 

Motiviert legten wir los...

...mussten aber schon bald einen Baustopp einlegen, da wir eine akute Wasserknappheit hatten und das Wasser für überlebenswichtigere Dinge benötigt wurde.

Wir nutzten die Zeit, um pädagogisch tätig zu sein.

Matheunterricht

Pause vom anstrengenden Matheunterricht

Nach der Pause kurz zur Ruhe kommen

Schulschluss

Die drei "Buskinder" werden abgeholt

Die "Buskinder" kommen aus dem nächsten Dorf und hätten sonst einen Fußweg von über einer Stunde. Das zeigt, wie beliebt die Schule ist. Die Eltern bezahlen jeden Tag einen Motorradfahrer, der die Kinder morgens zur Schule bringt und mittags wieder abholt.

Ein zukünftiges Schulkind

Damit auch während der Regenzeit alle Kinder und Lehrer trockenen Fußes in das Schulgebäude kommen können, bauten wir als nächstes einen befestigten Weg zum Klassenraum.

Der beliebte Treffpunkt des Dorfes, die Wasserstelle mit Pumpe und Becken, war schon seit Monaten menschenleer.

Die Pumpe war defekt, ein Monteur bestellt, aber er ließ immer noch auf sich warten.

Menschen und Tiere mussten weite Wege zurücklegen, um an Wasser zu kommen.

So auch unser Massaiguide Molomite und sein Vater, deren Boma direkt neben der Wasserstelle liegt.

Frage an Molomite: "Wie viele Kinder hat Dein Vater?"

Ein kleiner Teil der über 100 Kinder, die jeden Tag mit Wasser und Nahrung versorgt werden müssen.

Immer noch kein Wasser für unser großes Bauprojekt.... also Beginn der nächsten kleineren Baumaßnahme und großer Wunsch der Schwestern: Ein sicheres Hühnerhaus.

Die letzten Hühner waren eines Nachts Opfer von Mungos geworden.

Anstatt Schulgeld werden den Schwestern Hühner geschenkt

Ein weiterer Wunsch der Schwestern: Ein Gemüsegarten

Wenn der Regen kommt, dann wächst alles sehr schnell.

Darauf wollten wir vorbereitet sein.

In Tansania gibt es keine Jahreszeiten, nur Regen- und Trockenzeiten, so dass man das ganze Jahr Gemüse anbauen und ernten kann.

Immer noch kein Wasser bzw. Regen...

Nächstes Projekt: Bau einer Terrasse

Im Hintergrund sieht man die Tür zur Küche (rechts) und links den Kochwassertank.

Damit man ohne Probleme auch wegen der Regenzeit das Wasser entnehmen kann, wurde diese Terrasse gebaut.


Der erfolgreiche Sponsorenlauf ermöglichte uns die finanziellen Mittel, um eine größere Solaranlage installieren zu können.

...und immer noch warteten wir auf Regen...

 

3. Teil des Berichtes

Endlich Regen...

Nachdem wir lange darauf warten mussten kam er endlich.

...zwar nur für knapp 20 Minuten, aber das nächste Bild verdeutlicht etwas die Wassermassen, die vom Himmel fielen.

Wir bemühten uns schnell die Tanks soweit aufzufüllen, dass wir mit unseren geplanten Bauarbeiten beginnen konnten.

Vom Tankwagen in den Betontank?

Per Ansaugtechnik?

Nein, doch die bewährte Eimerkette.

Neues Baumaterial war in der Zwischenzeit geliefert worden...

...und auch genügend Steine zum Verfüllen waren da.

Als erstes wurden die Fundamente gelegt,

dann verschalt...

...und schließlich konnte alles trocknen.

Dann begann die richtige Knochenarbeit.

Die menschliche Speismaschine setzte sich in Bewegung...

...und produzierte Material für die Wände.

Voller Motivation machten wir uns an die Arbeit....

...und die Wände wuchsen langsam, aber stetig.

Gerne hätten wir noch weitergebaut, aber unsere Abreise rückte immer näher.

Unten auf dem Bild kann man im Vordergrund den Verkaufsraum erkennen, daneben den Lagerraum und hinten den kleinen Aufenthaltsraum für den Nachtwächter.

Auch an den beiden Klassenräumen konnte weitergebaut werden.

Bevor die Fundamente per Hand gegossen werden konnten, wurden die Gräben mit Steinen ausgefüllt.

Dadurch konnte wertvolles Material gespart werden, ohne dass die Stabilität der Fundamente leiden musste.

Die beiden Klassenräume erscheinen auf dem unteren Bild relativ klein, aber wenn man sie in Relation zu den Bauarbeitern links auf dem  Bild setzt, kann man die Größe besser einschätzen.

In der heißen Mittagszeit blieb trotz der schweren körperlichen Arbeit noch genügend Zeit, um sich mit den Kindern zu beschäftigen. In der Schule konnten wir während dieser Bauphase vormittags nicht mehr helfen, da jede Hand beim Häuserbau gebraucht wurde.

Alle waren begeistert von den mitgebrachten Malsachen.

Es wurde wild mit den verschiedenen Buntstiften experimentiert...

und so entstanden einige sehr kreative Bilder der lokalen Tierwelt.

Abends bauten wir wiederholt unser "Dorfkino" auf...

und hatten jedes Mal vollbesetzte Zuschauerreihen.

Eine "Walking Safari" mit unserem Guide Molomite bildete einen Abschluss unseres Aufenthaltes in "unserem Dorf".

Der Oberschenkelknochen eines Elefanten

Ein perfekt an die Umgebung angepasstes Chamäleon

Dann war schon der letzte Tag in Simanjiro.

Ein Kinderfest, wie in den Jahren zuvor auch, ermöglichte es noch einmal etwas Gutes für die Massaikinder zu tun und sich von ihnen zu verabschieden.

Es wurden unter anderem Ketten gebastelt,...

...Ball gespielt...


....und Ohrringe selber hergestellt.

So brav konnten die Schulkinder auch sein

Wir behalten sie aber eher so in Erinnerung.

Luftballons und ein Kuscheltier für jeden Schüler und jede Schülerin waren unsere Abschiedgeschenke.

Am nächsten Morgen ging es früh schon wieder zurück nach Arusha...

...aber mit einem Abstecher in den nahegelegenen Tarangire Nationalpark.

Zebras...

...Impalas...

Wer entdeckt das 4. Tier auf dem unteren Bild?

(kleiner Tipp... es versteckt sich in der Mitte des Erdhügels)

Paviane

eine neugierige Giraffe

Gnus

ein Warzenschwein

und immer wieder Elefanten.

Der Tarangire Nationalpark hat die höchste Elefantendichte in ganz Tansania

Bei über 40° im Schatten wurden wir neidisch auf die Abkühlung der Elefanten

Ein letzter Blick ins Tal des Tarangire Nationalparks bevor wir am nächsten Tag schon wieder den Heimflug ins kalte Deutschland antreten mussten.

Es war, wie in den letzten beiden Jahren auch, eine aufregende Mischung aus harter Arbeit und tollen Begegnungen mit den Menschen in Tansania. DANKE für die Erfahrung! Ich kann es nur weiterempfehlen...

 

4. Teil des Berichtes

Die Tansania-Projektgruppe 2013 ist nach einer anstrengenden und erfolgreichen Zeit in Loiborsiret, Tansania am Abend des 08.11.2013 wieder zurück nach Deutschland gekehrt.

Rechtzeitig vor der Regenzeit in Tansania konnte der letzte Stein für den Rohbau eines Schulverwaltungsgebäudes mit Schulsekretariat, Schulleiterinnenzimmer, Lehrerzimmer, einem Warteraum für Eltern und Lagerräumen fertig gestellt werden.

Fotos und Text: G. Emmerich (außer Bild 4: N. Ortmanns)