Unsere Erfahrungen mit dem „Lernen auf Distanz“:

Sozialassistent/innen (BF Sz U) berichten

Ina Weßels: „Ich persönlich erlebe die Zeit des Distanzlernens als eine echte Herausforderung. Dies gilt für Schüler als auch für Lehrer und Eltern. Mir fehlte anfangs die Struktur, die wir normalerweise durch den Präsenzunterricht in der Schule vorgegeben bekommen. Ich muss mich nun alleine organisieren und mich an die gestellten Aufgaben setzen, sie verstehen und die Abgabetermine einhalten. Für mich ist es zudem schwierig, wenn ich Probleme bei Aufgaben habe, dass ich keinen Lehrer um Hilfe bitten kann, sodass dieser mir die Aufgabe dann erklären kann. Ich habe oft das Problem, dass ich mich morgens an meine Aufgaben setzen möchte und auf Schulbistum gehe, dass die App dann so überladen ist, dass sie die ganze Zeit abstürzt und hängt. Ich finde, es gibt trotzdem Vorteile am Distanzunterricht: Man schützt sich und andere, man  kann sich seine Zeit selber einteilen, ich kann frei entscheiden, wann ich welche Aufgaben für welches Fach erledige und morgens länger schlafen. Nachteile vom Distanzunterricht sind, man hat keinen direkten Austausch mit Klassenkameraden und Lehrern, wie oben schon ausgeführt. Wenn man etwas nicht versteht, hat man keinen Lehrer, der einem sofort helfen kann. Positiv daran finde ich, dass ich nicht bei Wind und Wetter vor die Türe muss und dass ich, egal um welche Uhrzeit, meine Aufgaben machen kann. Negativ daran ist, dass der persönliche Austausch zwischen Lehrern und Schülern einfach fehlt.“

Mirco Denne: „Ich erlebe das Distanzlernen so, dass viele meiner Mitschüler darauf keine Lust mehr haben und lieber wieder in der Schule wären. Ich sehe das genauso wie meine Mitschüler/innen. Meine persönliche Erfahrung mit dem Distanzlernen ist nicht gerade sehr positiv, zum einen, da mir einfach der Sozialkontakt mit meinen Klassenkameraden fehlt sowie zu den Lehrkräften. Einige Lehrer/innen geben mir auf meine fertigen Aufgaben auch keine Feedbacks zurück, was ich natürlich nicht gutheiße. Ich finde auch, dass einige Lehrer/innen mit den Aufgabenstellungen sehr übertreiben.  Das  größte Problem am Distanzlernen ist, dass man über webweaver wirklich nur eine Datei hochladen kann, was viele nicht gerade toll finden und bis jetzt hat sich daran auch immer noch nichts geändert. (…) Das Problem gibt es schon länger und es wurde immer noch nicht behoben. Vorteile an dem Distanzlernen sind, dass wir uns einigermaßen aussuchen können, wann wir die Aufgaben machen, ob es tagsüber ist oder ob wir das einfach nachts machen, das finde ich persönlich auch sehr gut. Nachteile sind unter anderen, wie schon erwähnt, das Hochladen nur einer Datei, als Schüler können wir auch nicht Fragen zu den jeweiligen Aufgaben stellen, da die Lehrer nicht immer auf Abruf bereit sein können. Ich muss leider sagen, dass ich das Distanzlernen mehr negativ als positiv empfinde.“

Michelle Westrup: „Also – meine persönlichen Erfahrungen bis jetzt mit dem Online-Unterricht sind teilweise positiv und negativ. Einerseits finde ich es schön, zuhause Dinge erledigen zu können und mir selber aussuchen zu können, welche Aufgaben ich wann mache. Andererseits merke ich, dass man nicht mehr das Gefühl hat, früh aufstehen zu müssen, weil man nicht pünktlich anfangen muss.

Ich denke, dass das gefährlich ist für Jugendliche, die bald in ihr Berufsleben einsteigen.Im Online-Unterricht gibt es natürlich manchmal auch noch Verbindungsprobleme oder Dateien werden nicht hochgeladen oder halt versehentlich gelöscht. Es gibt noch viel mehr Erfahrungen und Empfindungen zu diesem Thema (…). Ich werde mich noch genauer in der Videokonferenz der Schülervertretung äußern, zu der ich als Klassen-sprecherin eingeladen wurde.“

                                                                                                                                                                                                                                                      

Foto: I. Brefeld