Liebfrauenschüler erfahren Einschränkungen von Alter, Krankheit  oder Behinderung - Simulationsanzug ermöglicht praxisnahe Erlebnisse

Einfühlungsvermögen ist eine wesentliche Kompetenz in der Betreuung und Begleitung von älteren Menschen oder Personen mit Behinderung. In der Ausbildung zu (heil-) pädagogischen und pflegerischen Berufen muss es ein wichtiges Anliegen sein, diese Fähigkeit zu ermöglichen und zu fördern. Zur Umsetzung dieser Aufgabe wurde kürzlich dazu von der Liebfrauenschule ein sogenannter Alterssimulationsanzug erworben.

„So können sich die Schüler und Studierende im Unterricht und in ihren (zukünftigen) Praxisstellen besser in die Situation von Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen mit Behinderung oder in die Lage von älteren Menschen hineinversetzen.“ begründet Fachlehrer Marco Muschner die Anschaffung.  

Mit Hilfe von Gewichtsmanschetten am Fuß- und Handgelenk, einer Gewichtsweste, Knie- und Ellbogenbandagen, Handschuhen, Gehörstöpsel und Simulationsbrillen können nun die Schüler und Studierende Einschränkungen in den Bewegungs- und Wahrnehmungsmöglichkeiten praxisnah erfahren. Einsatzmöglichkeiten bieten sich nach Muschner in allen Bildungsgängen der Liebfrauenschule, vor allem in der Ausbildung von Heilerziehungspflegern, Erziehern, Sozialassistenten.

Studierende im Weiterbildungsgang Heilpädagogik des bischöflichen Berufskolleg haben im Unterricht den Anzug praktisch ausprobiert. Ausgewählt waren einige Alltagshandlungen und spezielle Bewegungsübungen. Alle Studierende waren stark beeindruckt von den Auswirkungen, die sich mit den Einschränkungen in Alltagshandlungen oder in einfachen Bewegungsübungen ergaben.  Sie erlebten deutliche Unsicherheiten und Ängste beim Streppensteigen, beim Hinsetzen und Wiederaufstehen, beim Balancieren über eine Turnbank, beim Laufen über eine Weichbodenmatte oder beim Zuwerfen eines Balles.

In anderen Situationen und alltäglichen Anforderungen, wie das Essen und Trinken, das Tragen und Ein- und Ausräumen von Gegenständen soll der Anzug in zukünftigen Einheiten weiter eingesetzt werden.

Text und Fotos: J. Möllers