160 Schüler sind jetzt Lebensretter

Schülerprojektgruppe am Berufskolleg Liebfrauenschule organisierte Hilfsaktion für Leukämiekranke mit der Stefan-Morsch-Stiftung

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Bildunterzeile Abbildung: 160 Schüler der Liebfrauenschule sind als Stammzellspender registriert. v. l.:  Ulrike Kiderle (Stefan-Morsch-Stiftung), Elisabeth Homann, Sabrina Mühlenbäumer, Lehrerin Petra Gövert, Schulleiter Ulrich Pischke, vorne: Lara-Sophie Mört und Ilka Gerdes. Foto: Stefan-Morsch-Stiftung

 

„Auch DU kannst Leben retten“ steht auf den Flyern, mit denen die Schüler am Berufskolleg Liebfrauenschule in Coesfeld zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke, aufriefen. 160 Schüler, Lehrer und Eltern haben eine Speichelprobe abgegeben, um irgendwann einem Leukämiepatienten mit einer Stammzellspende Hoffnung auf Leben geben zu können.

Was ist Leukämie? Warum soll man sich typisieren lassen? Wie rettet Stammzellspende Leben? Das und noch mehr haben die Schüler unter der Leitung von Petra Gövert während der Projektwoche im vergangenen Schuljahr erarbeitet. Schnell war klar, dass sie auch helfen wollen. Denn 11 000 Mal im Jahr erkrankt ein Mensch in Deutschland an Leukämie. Wenn Chemo und Bestrahlung nicht helfen, ist die Transplantation gesunder Stammzellen die letzte Chance. Das geht aber nur, wenn sich ein genetisch passender Spender bereit erklärt, zu helfen. Deshalb starteten die Schüler den Typisierungsaufruf.   

„Als Berufskolleg des Bistums Münster ist es uns wichtig, den Schülern soziale Kompetenzen zu vermitteln und sie dafür zu sensibilisieren, sich auch für andere Menschen zu engagieren“, erklärt Petra Gövert, Lehrerin für Gesundheit/Pflege und Biologie. „2016 haben wir bereits bei einem ähnlichen Projekt mit der Stiftung zusammengearbeitet. Da damals alles so perfekt funktioniert hat, habe ich einfach gefragt, ob sie uns wieder unterstützt.“

Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der gemeinnützigen Stiftung, freut sich über das Engagement der Schüler: „Die Kooperation mit Schulen hat bei uns einen hohen Stellenwert. Hier treffen wir auf junge Menschen, die mit einer Typisierung Lebenschancen schenken. Gleichzeitig bieten wir als Unterrichtsergänzung Fachvorträge an, aber auch hauseigene Führungen und Workshops.“  

Und was passiert jetzt mit den 160 Speichelproben? „Die werden im Labor der Stiftung, im rheinland-pfälzischen Birkenfeld, auf die transplantationsrelevanten HLA-Gewebemerkmale analysiert und in der Datei gespeichert“, so eine Sprecherin der Spenderdatei. Kommt man als Spender für einen Leukämiepatienten in Frage, nimmt die Stefan-Morsch-Stiftung Kontakt auf. Stammzellen spenden kann man auf zwei Arten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt.

Auf der Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung kann man Näheres über die Leukämie- und Tumorhilfe erfahren und sich auch online als Lebensretter registrieren. Auch über die gebührenfreie Hotline 08 00 – 766 77 24 ist die Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar, ebenso via Facebook.

Die Stefan-Morsch-Stiftung ist die erste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ leistet sie schnelle und persönliche Hilfe für Krebskranke und ihre Familien. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 11 000 Menschen an bösartigen Blutkrankheiten wie etwa der Leukämie. Jeder zweite Patient ist ein Kind oder Jugendlicher. Je nach Leukämieart variieren die Heilungsaussichten. Oft reicht die Behandlung mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung aber nicht aus. Dann ist die Übertragung gesunder Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Leben. Eine solche Transplantation ist aber nur möglich, wenn sich ein passender Stammzell- bzw. Knochenmarkspender zur Verfügung stellt. Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich somit die Chance, dass einem todkranken Patienten das Leben gerettet werden kann.