Gelebte Inklusion: HEP B O lädt Bewohner und Bewohnerinnen zum gemeinsamen Austausch über Gerechtigkeit in die Liebfrauenschule ein

Im Fach Politik haben wir uns im ersten Halbjahr der Oberstufe mit dem Thema „soziale Gerechtigkeit“ in unserer Gesellschaft intensiv beschäftigt. In Form eines Interviewprojektes gab uns Frau Potthoff die Aufgabe mit unseren Klienten in den Einrichtungen ins Gespräch zu kommen:

Was bedeutet Gerechtigkeit für dich, was bedeutet sie für mich? Nehmen Menschen mit oder ohne eine Behinderung Gerechtigkeit signifikant anders wahr? Worauf muss man achten, wenn man Menschen mit Behinderung „gerecht“ behandeln möchte? Wie geschieht dies in unserer Gesellschaft, wie in unserem unmittelbaren Arbeits- und Lebensumfeld?

Angeregt von diesem ersten Interviewprojekt machte eine Mitstudierende unserer Klasse den Vorschlag, dass wir doch einfach mal Bewohnerinnen und Bewohner aus unseren Einrichtungen in die Schule einladen könnten. Die Idee traf auf eine große Zustimmung und die Planung begann.

In der letzten Woche war es dann soweit: unser Projekt fand am 23.01.2019 in der Aula unserer Schule statt. Acht Besucherinnen und Besucher mit Behinderung kamen schließlich in die Liebfrauenschule und verbrachten gemeinsam mit uns den Nachmittag.

Nach einer kurzen Begrüßung und einem Warm-up-Spiel für alle Teilnehmenden, gab es zahlreiche Möglichkeiten sich mit dem Thema Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit den eingeladenen Menschen mit Behinderung diskutierten wir an den Stationen über unsere und ihre individuellen Vorstellungen von Gerechtigkeit. An einigen Stationen wurden spielerische Angebote präsentiert. So gab es beispielsweise eine Station, an der wir Gummibären gerecht untereinander aufteilen oder verschiedenen Personenkreisen zuordnen sollten. An anderer Stelle konnte ein Memory gespielt werden, bei dem Berufe und deren Verdienste zugeordnet werden sollten. Ein weiteres spielerisches Angebot war das „Ultimatumsspiel Geldverteilung“.

In den Diskussionsrunden wurde zur Frage „Was ist Behinderung für dich?“ Meinungen ausgetauscht. Zudem konnte man sich mit dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt beschäftigen und Argumente zu Fallbeispielen sammeln sowie verschiedene Situationen aus dem Alltag diskutieren.

Außerdem konnten wir uns in einer gemeinsamen Pause mit Kaffee, Kuchen und gesunden Zwischensnacks stärken und für die übrigen Stationen vorbereiten.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle Mitwirkenden!

Ein weiterer Dank geht an unseren Hausmeister Herrn Korthues, der unsere Teilnehmenden mit einer Bewegungseinschränkung sicher in die Aula per Lift begleitet hat.

FAZIT: Ein wirklich gelungenes Projekt, bei dem wir unseren Klienten mit Behinderung auf Augenhöhe begegnet sind. So sollte Inklusion gelebt werden! Gerne wieder!

Text: Anna Dalkmann, Marion Hüning gt. Ubbenhorst, Stefanie Potthoff

Fotos: S. Potthoff