Friedensgottesdienst 2017

Am Dienstag, 14.11.2017 fand ab 10 Uhr ein Friedensgottesdienst  in der Jakobikirche statt.
Die gesamte Schulgemeinschaft war herzlich eingeladen, an diesem Gottesdienst teilzunehmen.

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Frau Dederichs hatte zusammen mit Schülerinnen und Schülern der BFC 11a und der IFK-Klasse den Gottesdienst vorbereitet.

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"Für jeden von Ihnen liegt eine Karte in den Bänken bereit mit dem Stichwort FriedensMensch. Nehmen Sie sie zur Hand. Sie sind gemeint! Es ist Ihre Karte. Was sollen Sie damit? Den Impuls dieses Wortes wahrnehmen. FriedensMenschen schaffen Atmosphäre. Wie immer Sie sich verhalten, Sie bestimmen das Klima in dieser Welt mit. Sie könnten z.B. einem Menschen diese Karte schenken, der Ihnen am Herzen liegt oder dem Sie Frieden wünschen. Vielleicht beschriften Sie diese Karte nach dem Gottesdienst mit Ihrem Wunsch."

"Ein Grundauftrag für uns Menschen ist es, der Friedensbotschaft eine Stimme zu geben. Wir können Zeichen dafür setzen. Auch durch diesen Gottesdienst. Zum Wesen aller großen Weltreligionen, im Judentum, im Christentum wie auch im Islam gehören gelebter Friede und Barmherzigkeit."

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"Wir haben in den letzten Wochen Friedensbriefe geschrieben. Die Briefe richten sich an die Schulgemeinschaft, an die Gesellschaft, an ein Du, an Gott. Diese Briefe sind ein Zeichen der Sehnsucht nach Harmonie und Ausgleich, für den Wunsch nach Frieden, gegen Gewalt und Terror.

Wir brauchen eine konkrete Zielsetzung, wie durch uns Frieden vor Ort geschaffen werden kann. Gerade in unserer jetzigen politisch brisanten Zeit, in der nur noch Terror und Gewalt die Welt beherrschen, ist dies notwendig. Lassen Sie sich ermutigen, machen Sie einen Anfang damit, Werte wie Gerechtigkeit, Liebe und Frieden in unserer Schulgemeinschaft zu leben.

Einige Briefe lesen wir nun beispielhaft vor. Sie sind selten geworden. Wer schreibt heute noch einen Brief? Der Brief ist eine Kunstform und eine Möglichkeit, auch auf Krieg und Terror aufmerksam zu machen. Eine Briefkultur ist weitgehend der weltweiten Kommunikation im Netz gewichen. Wir wollen ein Gegengewicht setzen."

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"Ihre Briefe sind als Installation im Paradies der Jakobikirche zu sehen. Sie hängen dort auf. Die Wünsche befinden sich damit sozusagen zwischen Himmel und Erde. Sie haben nach dem Gottesdienst die Möglichkeit, sich die Installation anzuschauen, Ihren Brief zu entdecken, aber auch die Briefe von anderen zu lesen.

In der folgenden Aktion entwickelt von Schülerinnen und Schülern der BFC 11a in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern der IFK-Klasse, werden FriedensMenschen sichtbar."

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Ich bin ein Friedensmensch. In meinem Brief heißt es:

An die, die den Frieden predigen, aber doch noch weiter Krieg führen. Mit all dem Krieg zerstört ihr alle Chancen auf Frieden. Durch Krieg und Hass rotten wir uns gegenseitig aus. Denkt an die Kinder. Wollt Ihr ihnen zeigen, dass nur Gewalt etwas bringen kann? Wollt Ihr eine verwüstete Erde als einziges Erbe hinterlassen? Beendet den Krieg! Helft denen, die Hilfe benötigen. Macht die Welt jeden Tag friedlicher und sorgt für einen dauernden Frieden auf Erden.

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Ich bin ein Friedensmensch. In meinem Brief heißt es:

Krieg und Terror sind traumatisierende Ereignisse, die unsere Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzen. Wie viele unschuldige Menschen müssen noch ihr Leben verlieren? Können Konflikte nicht auch ohne Gewalt und Blutvergießen gelöst werden? Sie sind so alt wie die Geschichte der Menschheit.

Von Kains Mord an Abel reicht es bis in die Anfänge unserer Zeit zurück. Deshalb ist gerade ein Streben nach Frieden so wichtig, für das ein Mensch einstehen kann. Ich appelliere an die Vernunft aller Menschen, all dies zu überdenken. Frieden im Herzen ist genauso notwendig, wenn nicht sogar noch wichtiger, denn wer Frieden im Herzen trägt, trägt ihn in die Welt.

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Ich bin ein Friedensmensch. In meinem Brief heißt es:

Um Frieden in der Welt zu erlangen, musst du in erster Linie den Frieden bei dir, in dir suchen. Befreie dich von Neid und Eifersucht! Liebe dich selbst!

Nur dann bist du auch bereit, dein Gegenüber zu lieben. Es braucht Zeit und Vertrauen.

Achte auf dich und achte auf die anderen.

Behandle deine Mitmenschen mit Respekt und schenke ihnen Liebe, um eine gewaltfreie und friedvolle Lösung zu finden. Zeige der Welt, dass du dich verändern kannst, nur dann wird sie dir etwas zurückgeben.

Und denke immer daran: Wenn du Frieden willst, dann frage dich auch immer, wem du ihn schon genommen hast. Und merke dir: Nur die Schwachen verzeihen nie!

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Pfarrdechant Arntz feierte mit uns den Friedensgottesdienst

 

Friedensgebet im Geist von Franz von Assisi

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird vergeben;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Pfarrdechant Arntz segnete im Gottesdienst unsere Friedenskerze. Diese Kerze hat eine Benediktinerin aus dem Kloster Dinklage mit Zitaten aus den Friedensbriefen der Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule gestaltet.

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"Wir entzünden die Friedenskerze für den inneren Frieden und den Weltfrieden. Rund um die Welt ist der größte Wunsch aller Menschen, in Frieden zu leben. Wir setzen ein Licht der Dunkelheit entgegen."

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Diese Kerze wird im Schulgebäude aufgestellt und jeden Tag entzündet. Ihr Licht soll uns ins Auge fallen und an den großen Wunsch erinnern:

"Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von den Kriegen gepeinigt, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen werden in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe und Weltanschauung. Gib uns Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen „Mensch“ tragen."

Text: K. Dederichs und G. Emmerich

Fotos: G. Emmerich