Fastenpredigt in der Lambertikirche

Die Schulseelsorgerin der Liebfrauenschule Klaudia Dederichs hielt die Fastenpredigt zum Thema „Vertrauen trotz Gegenwind“ in der Lambertikirche in Coesfeld. Der Arbeitskreis Glaube und Leben hatte sie hierzu eingeladen. Diese Veranstaltung wurde durch verschiedene Musikeinlagen bereichert, zu der sich Lehrer und Schülerinnen und sogar die ehemalige Schülerin Sandra Döring als Solistin dankenswerterweise eingefunden hatten. Sie haben das Ganze durch ihre Stücke und Fürbitten sehr verlebendigt. Hier wurde auch Schulgemeinschaft deutlich und erfuhr eine eigene Wertschätzung.

In ihrer Predigt verknüpfte Frau Dederichs das Gleichnis vom Seesturm (Mk 4,35-41) mit Hoffnungsgeschichten von Schülerinnen und Schülern aus der Liebfrauenschule. Von Menschen, die sich dem Schicksal nicht ergeben haben, sondern den Sturm durchlebt haben. Sie stellte heraus, dass wir gerade in Krisensituationen Hoffnungsgeschichten und gute Nachrichten brauchen, damit wir nicht nur auf Probleme und Krisen starren, von Stürmen und Unwetter gebannt sind, uns aber nicht mehr freuen an dem, was möglich ist.

Sie ging in diesem Zusammenhang auf ein Kunstwerk ein mit dem Titel „The Key in the Hand“ von der Japanerin Chiaru-Shiota, das 2015 auf der Biennale in Venedig gezeigt wurde. Dieses Kunstwerk zeigt ein altes, brüchiges, morsches Boot, dessen Möglichkeiten, sich in die Zukunft zu bewegen, sehr begrenzt sind. Es ist vom Sturm erprobt, ein Wrack, gestrandet und gekentert. Das Bild lädt aber dazu ein, nicht im Gestrandet- und Gekentertsein zu verharren, sondern darüber hinaus zu schauen. Sie machte deutlich, dass wir nur im Hinausschauen über das Boot erkennen können, dass das Boot von Chiaru Shiota ein Hoffnungsboot ist. Das Boot ragt hinein in ein Netz aus roter Wolle. Es ist wie ein Spinnennetz, eine Verhüllung, die weiterzugehen scheint. An den Fäden hängen unzählige Schlüssel. Sie stehen für Zukunft und neue Möglichkeiten. Wir müssen uns erheben, uns ausstrecken, um den uns zugedachten Schlüssel zu ergreifen, um den Lebensfaden aufzunehmen. Die starke rote Farbe erinnert an Blut und Feuer, an Lebensenergie und unbegrenzte Möglichkeiten.

Das Hoffnungsboot von Chiaru Shiota kann uns in die Karwoche und Osterzeit hinein begleiten. Wir erleben bald Ostern, sicherlich in diesem Jahr anders als sonst. Das Motiv des Bootes der Hoffnung, des Aufbruchs und des Neuanfangs kann uns inspirieren und unser Vertrauen stärken.

Es verweist auf einen Gott, der mit uns durch Stürme und das tosende Meer, durch Tage und Nächte geht. Einen Gott, der nicht fernab „in einem Licht wohnt“, sondern einen Gott, der in unserer Geschichte anwesend ist, der will, dass die Angst nicht das Letzte ist, der uns Vertrauen schenkt.