Eucharistiefeier zur Schulentlassung des Abiturjahrgangs 2018

Am Samstag, 23.06.2018 feierte die Liebfrauenschule Coesfeld eine Eucharistiefeier zur Schulentlassung des Abiturjahrgangs 2018 unter dem Motto "Zeitenwende" in der Jakobikirche.

Pater Daniel feierte mit der Schulgemeinde den Gottesdienst.

Musikalisch unterstützt durch einen gemeinsamen Chor von Schülerinnen und Schülern der AHE 13 und Lehrerinnen und Lehrern.

Begleitet wurde der Chor von Herrn Laing und Herrn Muschner.

Frau Dederichs hatte mit Schülerinnen und Schülern eine Installation zum Thema "Zeitenwende" für den Abschlussgottesdienst entwickelt.

Ein altes, stark abgenutztes Wagenrad wird durch das Ziehen eines weißen Bandes von einer Studierenden in Bewegung gesetzt. Das alte Rad ist ein Symbol für viele gefahrene Kilometer, lange Strecken und schwere Arbeit.

Wenn es von seinen Wegen erzählen könnte, welche Geschichten kämen dann zutage? Welche Zeiten hat es erlebt? Welche Ernten wurden mit dem Wagen eingefahren? Was wurde alles damit transportiert? Dieses Rad gehörte zu einem Ackerwagen, mit dem die Feldfrüchte zur Erntezeit eingefahren wurden. Die Vorfahren einer Studierenden haben mit diesem Wagen harte Arbeit geleistet.

Das in Bewegung gesetzte Rad hinterlässt in der Installation Spuren in der Erde. Es bewegt sich auf der Stelle, ohne vorwärts zu kommen. Es macht zugleich die Vergänglichkeit des Lebens und den Moment der Gegenwart deutlich. Das sichtbare Rad erinnert an die nicht-sichtbare Lebenszeit und ihr Vergehen.

Wenn Sie genau hinhören, wird die Zeit hörbar beim Bewegen des alten Rades. Jede Umdrehung deutet daraufhin: Dieser Zeitabschnitt ist - schon wieder - unwiederbringlich vergangen.

Auf langen transparenten Papierbahnen sehen Sie zentrale Begriffe für Zeiterfahrungen. Sie werden durchleuchtet. Licht durchstrahlt die Zeiten, ein Hinweis auf den Segen Gottes, der unsere Zeit erhellen soll.

Die Vergangenheit ist der Zeitraum der gewonnenen oder verfehlten Erfahrungen. Unsere Schulzeit an der Liebfrauenschule war ein solcher Erlebnisraum.

Die Gegenwart ist der flüchtige Augenblick des Hier und Jetzt.

Die Zukunft als vor uns liegende Wegstrecke ist noch unbekannt. Welche Chancen und Gelegenheiten mag sie uns bieten?

Ich habe nicht alle Zeit der Welt, sondern nur meine beschränkte Lebensfrist. Die soll nicht ungenutzt verstreichen, ich möchte sie nutzen und dieses Geschenk nicht unbenutzt und unerfüllt zurückgeben.

Dieser Gottesdienst ist eine kurze Unterbrechung auf dem Weg von der Schulzeit in das Leben danach. Die Texte des heutigen Gottesdienstes sind ausgewählte Impulse für den Umgang mit unserer Zeit. Nur wenn ich mich bewege, sammle ich Erfahrungen. Stillstand ist tödlich. Leben ist Bewegung. Wenn eine neue Ära beginnt, fordert sie uns auf, das Neue, das sich Wandelnde zuzulassen. Zeitenwenden aktiv zu gestalten, dazu forderte schon der Prophet Hosea (10,12) auf: Nehmt Neuland unter den Pflug - es ist Zeit, den Herrn zu suchen; dann wird er kommen und euch mit Heil überschütten.

Lesung: Kohelet (Zeitgedicht) 3,1-11

Gott hat dem Menschen die Zeit gegeben, von Eile hat er nichts gesagt.

Die Kollekte wurde dieses Jahr für unser Tansania-Projekt gesammelt.

Julius Eltermann (AHE 13a), der letztes Jahr mit nach Tansania gefahren ist, stellte kurz vor, wofür die Kollekte verwendet werden soll.

Text und Fotos: G. Emmerich