Anerkennung für den Dialog der Generationen

Eine ganz besondere Form der Anerkennung wurde den Schülerinnen und Schüler der Sz Oa einige Tage nach Beendigung des Projektes zuteil. Herr F. Wegener, Bewohner des St. Katharinen-Stiftes, hatte es sich nicht nehmen lassen, seine Sicht der Dinge in wohlklingende Verse zu fassen. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert!!

 

Dialog der Generationen

 

Was ist denn bei uns los hier heute,

im Altenheim viel junge Leute.

Die Schüler wollen hier mal eben

Das Altenheim hautnah erleben.

 

Als erstes wollen sie’s versuchen

Bei Kaffee und bei leck‘rem Kuchen,

das Leben hier bei alten Leuten

zu sehen und es auch zu deuten.

 

Man stellte sich vor, nennt seinen Namen,

man fragt, woher die Eltern kamen.

Die Laune ist ganz wundervoll,

die Schüler sind dabei ganz toll.

 

Am zweiten Tag wird es nun ernst,

beim Waffelbacken du was lernst,

nicht allzu fest und nicht zu weich,

muss sein ein guter Waffelteig.

 

„Kniffel“ spielt eine andre Gruppe,

ob man gewinnt, ist da bei schnuppe.

Man würfelt, schriebt die Punkte auf,

Punkte würfeln wir all zuhauf.

 

Ob nun nur alle ‚Einser‘ zählen,

man kann die ‚kleine Straße‘ wählen,

ob du gewinnst den ‚Viererpasch‘,

die Zeit vergeht uns viel zu rasch.

 

Heute sind wir nun beim Kegeln,

streng halten wir uns an die Regeln.

Hedwig hat alles, wovon ich träum,

hat abgeräumt der Kegel ‚Neun‘.

 

Die ‚Alten‘ tauen seelisch auf,

bei der Unterhaltung so zuhauf.

Es ist für uns Zeitvertreib pur,

macht öfters solche Schülertour.

 

Uns ‚Alten‘ fehlt diese Begegnung,

sie bringt uns viel geistige Regung.

Fürs Leben gewinnt ihr viel dazu

Und die ‚Alten‘ blühen auf im Nu.

 

Man kommt sich näher, ganz im Nu,

„Ich bin der Hans, wie heißt denn du?“

Ob du heißt Trude, ob Elias,

die Schülertour bringt jedem etwas.

 

Leider geht das Projekt zu schnell zu Ende,

vielleicht bringt es bei euch `ne Wende,

ein andres Verstehn bei alten Leuten,

würd viel auf jeden Fall bedeuten.

 

Es war sehr schön euch hier zu sehen,

doch leider müsst ihr wieder gehen.

So wie in jedem Jahr der Mai,

so kommt bald wieder bei uns vorbei.

 

Denkt bitte immer stets daran,

dass vieles glücklich machen kann.

Macht zeitig was aus eurem Leben,

dann wird es euch viel Schönes geben.

Denn nur ein Irrtum ist das Leben,

die Wirklichkeit erkennst du eben,

wenn überhaupt, dann erst viel später,

das wussten auch schon uns’re Väter.

 

Drum nutzt die Jugend, die euch gegeben,

nutzt alles Zeit, was zu erleben.

Ihr könnt halten nicht den Augenblick,

gut leben ist eben menschliches Geschick.

 

Copyright by F. Wegener, Coesfeld im Februar 2019

Fotos und Text: B. Müller-Laackman