Alle Schülerinnen und Schüler mit ins Boot nehmen

Distanzlernen ist für alle Beteiligten in der Schule eine große Herausforderung. Damit alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich auch aus der Ferne am Unterricht zu beteiligen, gibt es an der Liebfrauenschule Coesfeld viele Hilfsangebote. Für kleinere Probleme, z.B. mit dem System, dem Dateiupload oder den Zugang zu Videokonferenzen gibt es eine eigens eingerichtete Email-Beratung, die von Lehrerinnen und Lehrern betreut wird. In Einzelfällen können auch telefonisch oder vor Ort in der Schule Hilfestellungen geleistet werden. Für Schülerinnen und Schüler, die zuhause keinen Computer zur Verfügung haben, gibt es ein Ausleihsystem für Ipads, so dass auch alle am Distanzunterricht teilnehmen können. „Wir können diesen Schülerinnen und Schülern ein Tablet, einen Stift, eine Tastatur und die entsprechende Software kostenlos zur Verfügung stellen“, betont SV-Lehrer Henning Hüls. Insgesamt stehen rund 150 Geräte zur Ausleihe bereit.  „Der Bedarf ist sehr hoch. Es gibt recht viele, die weder Laptop noch Tablet haben, nur ein Handy“, weiß Schülersprecherin Celina-Madeleine Pietz. Dass sich oft auch die Eltern und Geschwister im Homeoffice, beziehungsweise Home-Schooling befinden, sei ein weiteres Problem: „Es sind dann einfach nicht genug Geräte für alle da“, erklärt Pietz. Umso mehr freut sie sich über das Angebot der Schule, Ipads zu leihen: „Ich finde es sehr positiv und bemerkenswert, dass die Schule so etwas anbieten kann. Das ist für uns Schülerinnen und Schüler eine große Hilfe.“ Dabei sei es von großem Vorteil, dass die Ausleihe nicht an bestimmte Nachweise geknüpft sei. Schülerinnen und Schüler können einfach Kontakt mit den SV-Lehrerinnen und -lehrern aufnehmen und einen Bedarf anmelden. „Ich habe oft das Gefühl, dass viele es nicht direkt zugeben wollen, dass sie kein Gerät zur Verfügung haben. Deshalb ist es eine große Entlastung, dass keine Nachweise erforderlich sind“, weiß Pietz.

Schülerinnen und Schüler, die zuhause aus den verschiedensten Gründen nicht die Möglichkeit haben, konzentriert zu lernen, können für das Distanzlernen auch die Räumlichkeiten der Schule nutzen. Auch dieses Angebot wird vermehrt angenommen. „Für viele ist es wichtig eine Struktur zu haben, die Fahrt zur Schule ist für einige auch die Motivation, überhaupt aus dem Bett zu kommen“, erklärt Pietz.  Auch Schulsozialarbeiterin Anja Möllers steht der Schulgemeinschaft im Lockdown mit Rat und Tat zur Seite.

Auch wenn schulinternes W-LAN, Tablets und Whiteboards schon seit Jahren zum Unterrichtsalltag der Liebfrauenschule dazu gehören, lernen auch die Lehrerinnen und Lehrer weiterhin dazu. Am vergangenen Mittwoch wurde bereits die erste Lehrerkonferenz per Videokonferenz abgehalten. Die Möglichkeiten zum Distanzlernen sollen stetig weiterentwickelt und verbessert werden. Dazu gab es kürzlich, wie auch im ersten Lockdown, eine Befragung der Schülerinnen und Schüler, die ein Feedback abgeben und auf Probleme hinweisen konnten. Auch die Lehrerinnen und Lehrer haben sich über ihre bisherigen Erfahrungen ausgetauscht, die sie im Distanzunterricht gemacht haben.  Dieser konstruktive Austausch soll auch weiterhin bestehen bleiben, um die Möglichkeiten des Distanz-Lernens weiter zu optimieren.

Trotz aller Bemühungen und Erfolge in dieser außergewöhnlichen Situation mit ihren vielfältigen technischen Herausforderungen kann diese Form des Lernens die Vorteile des Präsenzunterrichtes mit direktem Kontakt untereinander niemals ersetzen. Darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren.

Text: Jennifer Kahn

Schülersprecherin Celina-Madeleine Pietz mit einem Leih-Ipad der Liebfrauenschule