„Abgucken erlaubt!“ – Hospitation an der besten Schule Deutschlands des Jahres 2017

Als beste Schule Deutschlands wurde die Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln (Niedersachsen) 2017 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Stefanie Potthoff und Kirsti Traphöner erhielten durch ihre Bewerbung für das Hospitationsprogramm der deutschen Schulakademie die einmalige Gelegenheit, sich vom 10.-14.12.2018 selbst ein Bild von der Preisträgerschule zu machen und sich Ideen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung der Liebfrauenschule „abzugucken“ – denn das ist ausdrücklich erwünscht!

Die Elisabeth-Selbert-Schule ist wie die Liebfrauenschule Coesfeld eine berufsbildende Schule mit einem ähnlichen Profil: In den Fachrichtungen Ernährung, Gesundheit/Soziales, Hauswirtschaft, Körperpflege, Sozialpädagogik, Sozialpflege sowie Agrarwirtschaft werden über 2000 Schülerinnen und Schüler aus 34 Nationen an drei unterschiedlichen Standorten unter dem Leitbild „Zukunftsorientierte Bildung in Partnerschaft“ unterrichtet. Durch zahlreiche intensive Gespräche mit der Schulleitung, den Bildungsgangleitungen, den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Schülerinnen und Schülern konnten wir diese Schule eine Woche lang kennen lernen. Neben den persönlichen Gesprächen gab es die Möglichkeit in verschiedenen Bildungsgängen einerseits Unterrichtsstunden und andererseits pädagogische Konzepte wie die Individualförderung, den Schülerkiosk oder die selbstgesteuerten Lernphasen in den Dalton-Stunden in der Fachschule für Sozialpädagogik zu erleben und sich darüber auszutauschen.

Warum hat die Schule nun den Deutschen Schulpreis 2017 gewonnen? Was macht diese Schule besonders? Ein Grund wurde uns schon nach wenigen Tagen klar: Die Schülerinnen und Schüler stehen hier im Mittelpunkt und werden von ihren Lehrerinnen und Lehrern individuell begleitet. Ein Schüler des Beruflichen Gymnasiums beschreibt das so: „Die Lehrer hier mögen uns einfach. Das habe ich an meiner vorherigen Realschule so nicht erlebt.“

Die Atmosphäre an der Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln war in der gesamten Woche von einer sehr großen Herzlichkeit und Offenheit geprägt. Engagierte Kolleginnen und Kollegen gewährten uns umfassende Einblicke in ihre großartige Arbeit. Schon vor dem Deutschen Schulpreis waren Hospitationen – auch der Lehrer untereinander – an der Tagesordnung. Seitdem ist die Schule aber weit über die Grenzen Hamelns und Niedersachsens hinaus in den Fokus des Interesses gerückt. „Besonders stolz sind unsere Schülerinnen und Schüler auf den Deutschen Schulpreis“, berichtete Gisela Grimme, die Schulleiterin der Elisabeth-Selbert-Schule. Dass hinter einem solchen Preis jahrelange Innovationsarbeit in der Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung steht, zeigte sich während der gesamten Hospitation. Von den Erfahrungen der Preisträgerschulen in diesen Bereichen profitieren zu können, ist die zentrale Intention des Hospitationsprogramms der Deutschen Schulakademie. Die Offenheit, mit der wir in den Gesprächen auch auf mögliche Probleme und Hürden hingewiesen wurden, war allerdings beeindruckend und besonders wertvoll.

Mit zahlreichen innovativen Ideen für die Unterrichts- und Schulentwicklung sind wir nun an die Liebfrauenschule zurückgekehrt und möchten unsere Eindrücke und Erfahrungen in die unterschiedlichen Gremien der Schule tragen.

An dieser Stelle möchten wir nochmal ein herzliches Dankeschön an die Elisabeth-Selbert-Schule, die Deutsche Schulakademie und natürlich an die Schulleitung der Liebfrauenschule für die Ermöglichung und Unterstützung der Hospitation aussprechen.

Weiterführende Informationen zur Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln:

Schulfilm: https://www.youtube.com/watch?v=BdkvI9r-B6w

Schulbroschüre: https://www.ess-hameln.de/_mediafiles/679-schulbroschuere.pdf

 

Text und Fotos: Stefanie Potthoff, Kirsti Traphöner