Bericht vom Tansania-Projekt 2017, Teil 2

3. Woche:

Am Sonntag können wir tatsächlich per Jeep einen heiligen Berg besteigen. "Nur" 8 km entfernt und nicht sehr hoch aber mit atemberaubendem Ausblick über die Savannenlandschaft. Als Guide haben wir Molomite, einen Massai-Clanchef, dabei, der uns Einiges über die Massai und ihr Leben erzählt. Danach geht es dann noch in das Noloholo Schulungscamp, das zum Ziel hat, vor allem Kindern und Frauen Wissen zu vermitteln, wie sie im Einklang mit der Natur leben können anstatt sich zu bekämpfen - wirklich spannend. Auf dem Camp haben es die Amerikaner geschafft ihre gesamte Stromversorgung selber über Solarzellen zu stemmen. Die Tour findet standesgemäß per Jeep statt... der allerdings gefühlt schon eine Millionen Kilometer auf dem Tacho hat und dank diverser Gäste (Mechaniker, Bruder, Onkel, Geschäftsteilhaber,...?) ein wenig überfüllt ist. Mit vier Leuten auf dem Dach und zwei Gästen hinten auf den Ersatzreifen haben wir aber kein Problem damit.




Heute, Montag ist Kinotag. Da ja pünktlich zu 18.30 Uhr die Sonne untergeht, ist es möglich, dank technischer Ausstattung und Know-how, den Film Jungelbuch an eine Wand zu projizieren, also Open-Air-Kino zu zeigen. Es sind sehr viele Kinder gekommen und sie sind begeistert.

Dienstag findet der Besuch bei Mama Helena statt. Dieser ist sehr interessant und wirklich schön. Dabei werden viele Souvenirs gekauft (die Mama Helena z.T. selbst produziert), tanzende Kinder beobachtet und mit Pfeil und Bogen geschossen.


Am Mittwoch haben wir "nur" den Bau vorangetrieben. Es ist gut zu wissen, dass wir hier nicht maßgeblich ‚Bauarbeiter‘, sondern vor allem für die Menschen da sind und hier und in der Heimat als Vorbild und Multiplikatoren fungieren. So haben wir in einer kurzen Arbeitsunterbrechung begonnen Müll einzusammeln und nur zehn Minuten später sammelt eine ganze Schulklasse hinter der Schule Müll.




Seit Donnerstag jagt eine Feierlichkeit die andere. Am Donnerstag selbst kommen die Schwestern und die drei ersten Internatskinder, Carolin, Mary und Julius zum Pommes essen zu Besuch. Sie dürfen schon bei den Schwestern wohnen, obwohl das Internat noch nicht fertig ist. Dazu haben vier Leute Kartoffeln geschält, geschnitten und zweifach auf dem Gaskocher frittiert. Aber es hat sich gelohnt. Wir haben einen schönen Abend und einige sind noch am nächsten Mittag satt. Am Freitag wird eine Ziege geschlachtet, die netterweise von den Schwestern mit weiteren Zutaten zu einem leckeren Essen verarbeitet wird. So verabschieden wir uns von ‚unseren Bauarbeitern‘ und bedanken uns für die tolle Zeit. Besonderer Dank gilt auch Peter und seinem Akkordeon: es werden die tansanische und deutsche Nationalhymnen gesungen und viele Abschiedsfotos geschossen – ein großartiger Abend und ein schöner Abschluss unserer Bautätigkeit.



Am Samstag findet das zweite Kinderfest und die Verabschiedung bei den Schwestern statt. Beim Fest waren dieses Mal besonders die kleinen Kinder aus den umliegenden Dörfern eingeladen. Es gibt wieder Musik, Fußball, Seilspringen, Mandalas, Gesichtsbemalung und Ketten basteln, wie beim letzten Mal. Es kommt mindestens genauso gut an. Bei den Schwestern wird abends gemeinsam gebetet, gegessen und Geschenke ausgetauscht. Wirklich schön und nun hat jeder ein schönes Tansania-Tuch.

Die vierte Woche:

Insgesamt sind die letzten Tage der Reise sehr schön. Am Sonntag besuchen wir noch einmal den Gottesdienst im Ort, konnten aber in der Kirche auf den neuen Holzbänken sitzen, ähnlich wie hier in den Kirchen (also nicht mehr auf Bauholz mit Nägeln, die man auf Steine gelegt hat). Auch der Boden der Kirche ist nun verfließt. Der Kirchenchor ist während der drei Stunden Gottesdienst  wieder ein absolutes Highlight. Direkt danach waren wir bei Isaak Zuhause eingeladen und wurden wirklich königlich versorgt. Am Montag haben wir dann beinahe alle restlichen Spenden verteilt (bzw. einigen Besuchern mitgegeben) und haben uns von den Kindern der Schule verabschiedet. Das war besonders schön, da die Kinder für uns ein Abschiedslied gesungen haben. Sonst haben wir den Tag über geputzt und geräumt, dass das Gästehaus wieder glänzt. Die Rückreise beginnt am Dienstag in aller Früh. Wir haben es geschafft um 6:30 Uhr nach Verabschiedung von den Schwestern vom Gelände zu sein. Dummerweise hatte es in den Tagen zuvor hin und wieder geregnet, sodass unser Fahrer sich nicht traut, den Nebeneingang des Tarangire-Nationalparks zu nutzen. So sind wir erst nach 5 Stunden am Haupteingang und können in den Park einfahren. Die insgesamt elfstündige Fahrt hat sich dennoch gelohnt (siehe Bilder).





Abends gibt es dann die verdienten Duschen im Spiritan Guest House in Arusha und dann endlich wieder Pizza bzw. Burger im Woodlands-Restaurant. Die Nacht verbringen wir vor Ort. Am Mittwoch ist vormittags noch Zeit Souvenirs zu erwerben und das letzte Geld auszugeben. Dabei haben sich einige unserer Studierenden als routinierte Handelstalente herausgestellt - sie wissen ja nun, wie es auf dem Massai-Markt zugeht. Da werden dann schon mal Perlenuntersetzer für 5000 Schilling (2€) statt für 70.000 Schillig (aufgerufener Preis) erworben. Mittags sind wir bei den Schwestern in Arusha zur Verabschiedung und zum Essen eingeladen. Dabei gibt es wieder viel Musik - immer wieder beeindruckend, wie viel Rhythmus die Schwestern aus ein paar kleinen Trommeln herausholen. Vom Essen bleiben uns besonders die indischen Papad (vergleichbar am ehesten mit Tortillas) im Gedächtnis - wirklich lecker. Ab etwa 13:00 Uhr fahren wir zum Flughafen, Peter hat noch "Maleika" für das Sicherheitspersonal auf dem Akkordeon gespielt und dann geht es schon auf die Rückreise. Die Zeit in Tansania verging wieder einmal viel zu schnell...

Text: A. Hinken

Fotos: P. Gövert