Herr Dirking wird in den Ruhestand verabschiedet.
 

Nahezu 37 Jahre im Schuldienst und fast 17 Jahre davon als Schulleiter an der Liebfrauenschule -
wer kann das schon vorweisen? Auf Herrn OStD i.K. Kurt Dirking trifft das zu. Umso bedauerlicher,
dass diese Ära mit dem 31. Januar 2010 ein Ende nimmt: Herr Dirking wechselt endgültig ins Pensionärsdasein.

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Der aus diesem Anlass stattfindende Festakt am 01. Februar 2010 beginnt mit einem Gottesdienst in der St.-Jakobi-Kirche.

Lebenserfahrungen des Weisen Kohelet stehen im Zentrum. Herr Lenfers, der den Gottesdienst zelebriert, stellt dem pragmatischen "Prediger" Kohelet die heilende Begegnung zwischen einer Frau aus Syrophönizien und Jesus von Nazareth gegenüber. Die Kommunikation eröffne für den zunächst an Prinzipien orientierten Jesus die Möglichkeit zu "er-hören". Dies lasse sich auch auf Schulleiter/-innen übertragen, die "Kommunikatoren/-innen" sein müssen. Herr Lenfers wünscht der Liebfrauenschule, dass der Geist heilender Kommunikation und Begegnung mit der Pensionierung Herrn Dirkings nicht verschwinde, sondern weiterhin präsent bleibe.


"Danke für die schönen Netto-Stunden" und "1, 2, 3 - die Zeit ist jetzt vorbei" ist auf Transparenten zu lesen, die Schüler/-innen vor der St.-Jakobi-Kirche hochhalten. Bevor Herr Dirking das von ihnen gebildete Spalier durchschreitet, nutzt er die Gelegenheit, sich bei seinen Schülern/-innen sichtlich gerührt zu bedanken und sich von ihnen herzlichst zu verabschieden.
 
In der Schule folgt der Festakt, "natürlich" in der zum "Festsaal" umfunktionierten und passend hergerichteten Turnhalle, die sich (immer noch) - wie ein Besucher verwundert bemerkt - im obersten Stockwerk befindet.
 
Herr Schier eröffnet den bunten Reigen an diesem Vormittag mit einer Eigenkomposition auf dem Klavier, bevor Frau Dr. Focks die zahlreich erschienenen Gäste begrüßt.
Herr Dr. Middendorf, der Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung, skizziert kurz die berufliche Laufbahn Herrn Dirkings. Seine Tätigkeit als Schulleiter ist mitgeprägt durch zahlreiche Entwicklungen im Schulwesen, wie dem Wandel von Bildungsgängen oder dem Trägerwechsel im Jahr 2000. Die Vorliebe Herrn Dirkings für extravagante Automobile ist auch Herrn Dr. Middendorf nicht entgangen.
 
Nach "Air de Diable", auf dem Cello vorgetragen von Frau Marzian, folgen kurze Grußworte:
Herr Tranel erinnert als stellvertretender Bürgermeister der Stadt Coesfeld an das vielfältige Bildungsangebot der Liebfrauenschule. Herr Brünen, Leiter des Josef-Pieper-Berufskollegs Rheine, imponiert mit botanischen Kenntnissen. Er lässt Blumen sprechen bzw. symbolisch Eigenschaften Herrn Dirkings zum Ausdruck bringen, wie Diskretion, Beständigkeit und Beharrlichkeit. Die Zuordnung zu Regionen des Bistums sei allerdings eher zufällig erfolgt.
 
Sr. M. Anneliese Stelzmann, Provinzoberin der "Maria Regina Provinz Coesfeld" betont den nach wie vor engen Kontakt zwischen der Liebfrauenschule Coesfeld, ihrem (ehemaligen) Schulleiter und der Kongregation. Sie gibt Herrn Dirking "Unwünsche" mit auf den Weg. So soll er die Schule nicht vermissen, keine Eile beim Frühstück an den Tag legen oder auch wegen fehlender Korrekturen nicht in Depression verfallen.
 
Die Elternvertreterin Frau Gövert dankt Herrn Dirking für seinen Einsatz für die Schülerinnen und Schüler.
Einen Dank in ganz anderer Art äußern Schüler/-innen der AHE. Mit Akrobatik pur zum Thema "Lebens-künstler" lassen sie die Anwesenden erstaunen. So etwas bekommt man - nicht nur in der Liebfrauenschule - nicht alle Tage zu sehen.
 
Mehr zum Hören ist das, was Studierende der HEP und SP unter dem Titel "Abschied" rezitieren. In symbolträchtige Mäntel gehüllt werden Gedanken zum Abschied von Goethe, Domin, Fried und Rilke vorgetragen. Und zum Abschluss gibt es für Herrn Dirking einen roten Mantel ...
 
Die Geschichte vom Elefanten, den Blinde ertasten und bruchstückhaft beschreiben, nehmen Karolina Schulze Beierung und Max Dammann als Ausgangspunkt ihres Grußwortes. Sie weisen darauf hin, wie unvollständig das von Herrn Dirking (bisher) gezeichnete Bild sei. Sie ergänzen es um vier Episoden vom Umgang mit einer sich um die Zukunft ihrer Tochter sorgenden Mutter bis zum Vergleich mit einem kleinen gallischen Dorf. Da sich der Geist der Schule nicht in einer Flasche abzufüllen lasse, gibt es als Geschenk u.a. ein Stück Schule.
 
Den letzten Block bestreitet das Kollegium. Eine Combo empfiehlt zunächst: "Probier's mal mit Gemütlichkeit", bevor ein nicht ganz der Realität entsprechender Alltag im Leben des OStD Kurt Dirking für Heiterkeit sorgt. Damit es Herrn Dirking auf der von ihm favorisierten einsamen Insel nicht langweilig wird, erhält er ein Altes Testament, Musik und Rotwein, ergänzt um die gesammelten Wünsche des Kollegiums. Die Spende für das Tansania-Projekt muss er ja nun weiterleiten.
 
"Eigentlich bin ich ganz anders" meint Udo Lindenberg. Und irgendwie meinen die mit Sonnenbrillen maskierten Lehrer/-innen, dass das auch auf den Pensionär zutreffen könnte. Der wiederum überlegt nach diesem Liedbeitrag, ob die Pensionierung nicht rückgängig gemacht werden könnte ...
 


Fotos: G. Emmerich, W. Jansen, J. Möllers

 

Hier finden Sie die Bildergalerie zur Verabschiedung von Herrn Dirking