"durchstarten" - ein ungewöhnlicher ökumenischer Gottesdienst mit 620 Schülerinnen und Schülern

Ein Team Coesfelder Schulseelsorger hatte die Idee, am Montag, 09.04.2018 mit Schülerinnen und Schülern vieler Schulen aus Coesfeld ein Fest, Ostern, zu feiern. Doch wo läßt sich anknüpfen in einer Gesellschaft, die zwar für sich noch christliche Grundwerte reklamiert, in der aber viele ihr religiöses Zusammenleben gleichgültig gestalten? Wie lassen sich junge Menschen spirituell erreichen, gar begeistern?

Die Schulseelsorger bereiteten angelehnt an die Emmausgeschichte den Gottesdienst vor. Die SchülerInnen sollten sich darin wiederfinden können in ihren Erfahrungen zwischen Angst und Hoffnung, Trauer und Freude, Enttäuschung und Zuversicht. Der Weg der beiden Emmausjünger sollte für sie ein Sinnbild für ihren eigenen Lebens- und Glaubensweg werden.

Mit zahlreichen Teilnehmern aus anderen Schulen waren Schülerinnen und Schülern der Liebfrauenschule eingeladen, noch einmal Ostern zu feiern. Unter dem Motto #durchstarten waren die Schülerinnen, Schüler und Lehrer ab 09.00 Uhr früh unterwegs. Und zwar mit ihrem Smartphone und der App Actionbound. Auf dem Weg wurden sie von der App geleitet und bekamen Aufgaben gestellt, die sie von ihren Schulen zu einem Ort führte, der noch nicht bekannt gegeben war. Die Schüler machten unterwegs Selfies und Filme von sich und luden die Ergebnisse über die App hoch. Die Schüler sollten im Film erklären, was Ostern für sie bedeutet. Sie genossen es, gemeinsam unterwegs zu sein, viele von ihnen hatten sich nach dem Praktikum und den Osterferien nicht mehr gesehen. Es gab viel zu erzählen.

Sie waren unterwegs wie die Emmausjünger der Bibel. Der Ort Emmaus lässt sich kaum historisch gesichert auf einer Karte lokalisieren. Es ist eher ein Ort auf der Lebenslandschaft, das Zwischenziel auf dem Weg aus der Krise zur Festgemeinschaft, aus Zweifeln zum Glauben. Der Weg nach Emmaus ist kein einmal beschrittener historischer Weg, sondern wird immer noch gegangen in allen Enttäuschungen und Hoffnungen der Gegenwart.

Schließlich war es soweit. Sie hatten den richtigen Ort gefunden. 620 Schülerinnen und Schüler feierten gemeinsam ein Fest in der Lambertikirche. Dazu gehörten auch Essen und Musik. Am Eingang der Kirche wurden Tischnummern an die Schüler verteilt. Aus der Kirche waren sämtliche Bänke ausgeräumt. Eine Festgemeinschaft sollte die leere Kirche mit Leben füllen.

Im Gottesdienst stellten die Schüler Bänke und Tische auf und deckten sie. Es wurde gemeinsam in der Kirche gegessen. Dabei konnten sie im Austausch rasch Schüler anderer Schulen kennenlernen. Musikalisch wurde das Fest von der Effata Band aus Münster begleitet. Die Emmausgeschichte mit dem gemeinsamen Essen in der Lambertikirche als Höhepunkt wurde so kreativ umgesetzt.


„Nun, da der Tag sich neigt und wir die Tür aufklinken, brennt schon die Lampe,

ist der Tisch gedeckt

und das Brot zu essen,

Wein ist da zu trinken.

Es ist wie Anfang mitten im Versinken,

und nun am Abend werden wir geweckt.

 

Der dort am Tisch sitzt und das Brot gebrochen

und der mit uns im Wechselwort gesprochen,

der Herr, mit dem wir redeten und handelten,

der dort am Tische sitzt und uns den Kelch gesegnet

und der so vielgestaltig uns begegnet,

der blieb sich immer gleich, doch wir sind die Verwandelten.

Noch am Abend brechen wir auf.“

Klaus- Peter Hertzsch

Schülerinnen und Schüler erzählten mir von Ostermomenten auf ihrem Weg. Der lange Weg nach Emmaus ist da zu entdecken, wo der Fremde das Feuer im Herzen neu entfacht. Darin verdichtet sich das Lukasevangelium. Wo das Herz brennt, kommt Bewegung in das eigene Leben. Es geschieht Verwandlung. Verwandelte Menschen verwandeln das Angesicht der Welt.

Ganz lieben Dank an Matthias Budde, der diesen Festakt organisiert hatte.

 

Text: K. Dederichs

Fotos: M. Muschner